Der Stadtteil


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Einladung nach Findorff!

Findorff für Anfänger - eine kleine Charakteristik, die zum Entdecken einlädt.

 

In Findorff lässt es sich leben – und das wissen die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zwischen Bürgerpark, Blockland und der Innenstadt selbst am besten. Schließlich hatten in einer Bürgerbefragung der Bremer Polizei 97 Prozent aller befragten Findorfferinnen und Findorffer vor einigen Jahren bestätigt, dass sie „gerne“ oder sogar „sehr gerne“ in Findorff wohnen. Das ist im städtischen Vergleich fast nicht zu übertreffen, und hat sich natürlich längst herumgesprochen: In Wohnungsanzeigen wird Findorff gerne gewünscht, und gerade bei jungen Familien ist der Stadtteil so beliebt, dass Findorff allen demographischen Trends zum Trotz als einer der kinderreichsten Stadtteile Bremens gilt.

 

Findorff ist auch historisch ein recht junger Stadtteil. Er ist nicht dörflichen Ursprungs, sondern entstand zunächst rund um den florierenden Torfhafen herum, an dem sich viele Handwerker, Transportunternehmen und Gaststätten ansiedelten: Die Neukirchstraße, entstanden um 1874 am Rand des Torfhafens, ist eine der ältesten Straßen Findorffs. Älter ist nur die Plantage. Hier befand sich schon im 18. Jahrhundert ein Ausflugslokal mit exotischem Flair. Heute ist die Plantage allerdings primär ein Gewerbegebiet. Ein weiterer Meilenstein der Stadtteilhistorie war die Idee des Kaufmanns Friedrich Missler, im großen Stil Schiffspassagen für osteuropäische Auswanderer zu organisieren. Relikte der „Missler-Hallen“, in denen bis 1914 Millionen von Auswanderern beherbergt wurden, existieren auch heute noch. Im ersten Weltkrieg wurden die Gebäude vorübergehend als Lazarett genutzt, in den 1920-er und 30-er Jahren für Sicherheitspolizei und Reichsarbeitsdienst. Ältere Findorffer werden noch wissen, dass hier bis in die 1980-er Jahre das Findorffer Krankenhaus stand.

 

Doch zur Geschichte des Stadtteils gehört auch, dass mitten in Findorff, vor aller Augen, die Nationalsozialisten eines ihrer ersten Konzentrationslager unterhielten: Das „KZ Missler“ hatte eine kurze Geschichte, und sie nahm kein gutes Ende. Eine kleine Bronzetafel am Rand der Walsroder Straße erzählt sie in wenigen Worten: „Hinter diesen Mauern wurde in den ehemaligen Auswandererhallen Missler am 1. April 1933 das erste Bremer KZ errichtet“, erklärt das Mahnmal. „Hier begann in dieser Stadt die das Menschenrecht verletzende und die Menschen vernichtende Verfolgung politisch Andersdenkender durch die Nationalsozialisten. Um deren Untaten zu verschleiern, wurde das "KZ Missler" Ende August 1933 verlegt." Friedrich Missler konnte sich nicht mehr dagegen wehren, dass sein Name mit dem Nazi-Regime verknüpft wurde: Er war bereits 1922 gestorben.

 

Rund 26 000 Findorfferinnen und Findorffer teilen sich zur Zeit die knapp 4,3 Quadratkilometer Findorff, die in vier Ortsteile gegliedert sind: Den Ortsteil „Findorff-Bürgerweide“ mit rund 6500 Einwohnern, den Ortsteil „Regensburger Straße“ mit knapp 7000 Enwohnern, den „Weidedamm“ – mit den nach ihrer Entstehungszeit unterschiedenen Bereichen I, II und III. Letzterer ist das jüngste der Findorffer Wohngebiete, in dem sich das idyllische Fleet und verschiedene Formen der Wohnbebauung befinden. Der kleinste Findorffer Ortsteil nennt sich „In den Hufen“ und hat gerade einmal knapp 300 Einwohner – er ist größtenteils geprägt von einem Parzellengebiet, in dem die Findorffer gerne Urlaub vom Alltag machen. Und der Bürgerpark – der riesige Garten aller Bremer Bürgerinnen und Bürger – liegt direkt vor der Haustür.

 

Auch für Besucher bietet der Stadtteil viele Attraktionen: Zum Beispiel den vor einigen Jahren aufwändig sanierten Torfhafen, der als Ausgangspunkt für Torfkahnfahrten oder Kanutouren genutzt werden kann und an schönen Tagen einfach nur zum Entspannen einlädt. Es gibt ungewöhnliche Museen in Findorff – zum Beispiel das liebevoll sanierte „Alte Pumpwerk“, das spannende Einblicke in die Unterwelt der Stadt gibt, oder das Rundfunkmuseum an der Plantage, für das Liebhaber der medialen Vergangenheit mit viel Engagement eine außerordentliche Sammlung zusammengetragen haben. Auch das Kulturzentrum Schlachthof auf der Bürgerweide, das weit über die Stadt hinaus bekannt ist, darf sich zu den kulturellen Highlights des Stadtteils zählen.

 

Der Hochbunker an der Admiralstraße ist ein weiteres Wahrzeichen Findorffs. Seit Ende 1984 trägt das Gebäude an der Straßenseite die Wandmalerei mit dem Titel „Den Gegnern und Opfern des Faschismus“. Sie entstand im Rahmen eines überregionalen Wettbewerbs anlässlich des 50. Jahrestags der nationalsozialistischen Machtergreifung. Das Werk des Malers und Hochschulprofessors Jürgen Waller besteht aus einzelnen Szenen, die Formen des Widerstands und deren Unterdrückung darstellen. Außerdem dokumentiert das Gemälde Namen von Bremerinnen und Bremern, die Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime leisteten und zum Teil dafür auch im „KZ Missler“ inhaftiert und gefoltert wurden. 2016 stellte die Bremer Denkmalbehörde das Wandbild unter Schutz. Der Künstler, Jahrgang 1939, lehrte ab 1976 an der Bremer Hochschule für Künste und war von 1989 bis 2002 deren Rektor.

 

Findorff hat mit den Schulen Augsburger Straße, Admiralstraße und Am Weidedamm drei Grundschulen sowie eine sehr beliebte „Oberschule“ (das ehemalige Schulzentrum Findorff), Kindergärten, viele engagierte Elternvereine und das Jugendzentrum an der Neukirchstraße: dass sich die Bedingungen für diese für den Stadtteil lebenswichtigen Einrichtungen auch in Zukunft nicht verschlechtern, dafür steigt man in Findorff immer mal wieder auf die Barrikaden. Es gibt eine aktive Stadtteilpolitik, engagierte Kirchengemeinden, Initiativen, Sportvereine, den Bürgerverein Findorff und natürlich den Verein der Findorffer Geschäftsleute e.V. , dem rund 70 Mitgliedsunternehmen angeschlossen sind. Und das ganz Besondere daran ist, dass all diese Menschen und Institutionen zum Wohle des Stadtteils und seiner Bewohner gut und gerne miteinander arbeiten können.

 

Der Findorffmarkt, der dienstags, donnerstags und sonnabends stattfindet, ist ein Anziehungspunkt für Menschen weit über den Stadtteil hinaus. Viele finden: Es ist der mit Abstand schönste und abwechslungsreichste Wochenmarkt der Stadt. Er ist auf jeden Fall der größte Bremer Wochenmarkt: zu den rund 100 regelmäßigen Marktständen kommen zusätzliche Stände mit wechselnden saisonalen Produkten. In seinen Anfangszeiten hätten die Stadtbewohner von einem solchen Angebot allerdings nur träumen können. Wenige Jahre nach dem Krieg und kurz nach der Währungsreform lieferten die Marktleute, die mit Pferdefuhrwerken oder Fahrrädern aus dem Umland kamen, einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Städter mit Grundnahrungsmitteln.

 

In den Findorffer Geschäftsstraßen gibt es noch, was viele Kundinnen und Kunden heutzutage immer mehr zu schätzen wissen: Die unabhängigen, inhabergeführten Geschäfte mit ihrem individuellen Sortiment, das man so nur einmal und nur in Findorff findet. Viele davon sind bereits seit Generationen in Familienhand. Aber in den vergangenen Jahren haben sich auch eine ganze Reihe neuer spannender Adressen etabliert. Und dass man in schöner Atmosphäre gut Essen und Trinken und den Abend verbringen kann: Auch das ist stadtbekannt.


© Film: bremen.de